Bauzinsen auf Rekordtief – kann es noch weiter runter gehen?

Passende Bauzinsen - hier für den Neubau eines Holzfertighauses in der Eifel

Bei 5 Jahren Zinsbindung lassen sich zur Zeit nämlich Baukredite mit einem Zinssatz von ca. 2,50% pro Jahr abschließen, wobei auch 10jährige Baudarlehen lediglich Zinskosten von unter 3,00% pro Jahr mit sich bringen. Bei diesen Konditionen können sich sogar Menschen den Kauf oder Bau einer eigenen Immobilie leisten, die dies vorher aufgrund der eigenen finanziellen Situation nicht einmal ins Auge fassen brauchten. Nachfolgend soll aufgezeigt werden, warum die Zinsen in diesem Bereich aktuell so niedrig liegen und es wird näher auf die Frage eingegangen, ob die Zinssätze noch weiter runter gehen können oder eher wieder steigen werden.

Immobilienkredit Zinsen liegen hauptsächlich wegen der Griechenland-Krise niedrig. Die Hauptursache für die niedrigen Bauzinsen besteht in der Griechenlandkrise und der damit verbundenen Euro-Problematik, denn diese hat dazu geführt, dass die Anleger massenhaft in vermeintlich sichere deutsche Bundesanleihen geflohen sind und deren Zinssätze auf ein Rekordtief gesenkt haben. Dies sorgt wiederum dafür, dass auch die Kosten für Pfandbriefe niedrig liegen und da die Banken ihre Hypothekendarlehen über solche Pfandbriefe absichern, gibt es hier ein entsprechendes Kostensenkungspotenzial für die Banken, welches diese genutzt und an die Kunden weitergegeben haben. Trotzdem ist es natürlich auch heute sehr sinnvoll, aktuelle Baukonditionen im Vergleich zu betrachten, denn gerade in Niedrigzinsphasen lässt sich mit einer geschickten Anbieterwahl ein großes Sparpotenzial ausloten. Die Zinsunterschiede fallen nämlich häufig recht groß aus, so dass man sein Portemonnaie deutlich entlasten kann.

Auch die Zinspolitik der EZB spielt eine wichtige Rolle Darüber hinaus hat natürlich auch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) einen großen Einfluss auf die Höhe der Zinsen für Immobilienfinanzierungen. Momentan scheinen die günstigen Pfandbriefkonditionen die Leitzinserhöhungen der letzten Monate zwar zu überdecken, jedoch trägt die Ausrichtung der EZB eher dazu bei, dass die Bauzinsen in näherer Zukunft steigen könnten. Bisher ist nicht klar, wie die Notenbanker in den nächsten Monaten entscheiden werden, denn einerseits müssten sie mit Leitzinserhöhungen die aktuell recht stark ausgeprägte Inflation bekämpfen aber andererseits ist die wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Monaten abgeflaut, was wiederum gegen entsprechende Zinserhöhungen spräche.

Ein weiteres Absinken der Zinsen für Baukredite ist unwahrscheinlich. Das Zinsniveau für Baufinanzierungen liegt in der momentanen Situation bereits sehr niedrig, so dass nicht mehr allzu viel Spielraum nach unten bleibt. Darüber hinaus könnten die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms und die intensive Hilfe für Griechenland dafür sorgen, dass die Anleger ihre extremen Ängste vergessen und sich wieder den Kapitalmärkten zuwenden. Dies würde dazu führen, dass die Zinsen für Anleihen wieder steigen und damit auch das Niveau der Bauzinsen angehoben werden könnte. Aus diesem Grund sollte man nicht davon ausgehen, dass die Bauzinsen sich lange auf dem niedrigen Niveau halten können. Anderseits besteht natürlich die Möglichkeit, dass sich die Krise noch verschärft und damit auch die Zinsen für Baukredite weiter sinken. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte seine bereits geplante Immobilienfinanzierung jedoch möglichst bald durchführen, um die Kosten niedrig zu halten!